Nachhaltigkeit

Frauenrath erhält Nachhaltigkeitszertifikat

Die Unternehmensgruppe Frauenrath hat im Dezember 2023 eine Zertifizierung nach dem ZNU-Standard „Nachhaltiger Wirtschaften“ erhalten. Damit sind wir deutschlandweit das erste Bauunternehmen, das dieses Zertifikat vorweisen kann. Gültig ist das Zertifikat für alle vier Heinsberger Unternehmen.

Der ZNU-Standard „Nachhaltiger Wirtschaften“ wurde vom Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) einem Forschungsinstitut an der Universität Witten/Herdecke, entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen praxiserprobten Ansatz, der alle unternehmerischen Handlungsfelder der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt in den Fokus rückt und die Entwicklung eines integrierten Managementsystems zum nachhaltigeren Wirtschaften fordert und fördert.

„Wir haben uns für den ZNU-Standard entschieden, weil er zertifizierbar ist und damit einem Leistungsnachweis entspricht“, betonen die geschäftsführenden Gesellschafter Gereon und Jörg Frauenrath: „Die Zertifizierung bestätigt, dass wir unsere Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungsketten transparent und messbar verbessern und immer nachhaltiger gestalten. Damit haben wir in puncto Nachhaltigkeit einen großen Sprung nach vorn getan.“

Wir sind gefordert im Hier und Jetzt.

Nahezu 40 % der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf den Bau- und Gebäudesektor zurück. So ist es im jüngsten Global Status Report for Buildings and Construction des United Nations Environment Programme (UNEP) nachzulesen. „Dies ist eine Zahl, die uns alarmiert: Durch die Zertifizierung wollen wir zeigen, dass wir nicht nur über Nachhaltigkeit reden, sondern auch handeln“, so Gereon und Jörg Frauenrath: „Gerade in Hinblick auf Klimaschutz und Ressourcenschonung liegen große und dringende Aufgaben vor uns, die keinen Aufschub gewähren. Die Baubranche ist gefordert im Hier und Jetzt. Dabei muss eines klar sein: Wer verantwortlich handeln will, der muss dies nachhaltig tun. Das ist unser Anspruch, denn nur so gestalten wir eine lebenswerte Welt auch für künftige Generationen.“

Nachhaltig planen, bauen und betreiben.

Ob Planung oder Bau, ob Betrieb oder Rückbau, ob Baumaterialien oder die Verbräuche von Strom oder Kraftstoffen, überall besteht Handlungsbedarf. Als mittelständisches Bauunternehmen wollen wir uns dieser Herausforderung stellen. Die Unternehmensgruppe Frauenrath sieht es als zentralen Bestandteil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung an, hier aktiv zu werden und einen substanziellen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Zu diesem Zweck haben wir im Jahr 2022 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um – begleitet durch einen externen Experten – eine detaillierte Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten. Unser Ziel: Als Komplettanbieter rund ums Bauen wollen wir immer nachhaltiger planen, bauen und betreiben, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette bzw. des gesamten Lebenszyklus unserer Vorhaben.

 

Auf dem Prüfstand

Nach den Vorgaben der CSRD hat unser Nachhaltigkeitsteam, unter Berücksichtigung der Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie bzw. der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, eine Wesentlichkeitsanalyse vorgenommen. Mithilfe einer Wesentlichkeitsmatrix wurden dabei zentrale Nachhaltigkeitsthemen identifiziert und die mit ihnen verbundenen Handlungsfelder und Ziele formuliert. Berücksichtigt sind hier nicht nur die Einflüsse unserer Unternehmensgruppe auf unsere Umwelt (Inside-Out), sondern auch die unserer Umwelt auf uns (Outside-In).

Ob in Verwaltung, auf Bauhöfen oder Baustellen, ob Projekte, Produkte oder Prozesse: Alles wurde von uns auf den Prüfstand gestellt. Denn überall lassen sich Nachhaltigkeitspotenziale verorten und ausschöpfen. Dabei kommt es auf die kleinen Stellschrauben ebenso an wie auf die großen Hebel, die wir in Bewegung setzen können. „Hierbei handelt es sich um einen äußerst dynamischen Prozess“, so Gereon und Jörg Frauenrath: „offen für neue Ideen, für Innovationen und Veränderungen. Dies gilt nicht nur für das Thema Umwelt, sondern ebenso für die Bereiche Unternehmensführung oder Soziales, die für uns als Familienunternehmen traditionell eine herausragende Rolle spielen.“

Klare Ziele, klare Maßnahmen

„Wir wollen auch beim Thema Nachhaltigkeit Vorreiter sein“, unterstreichen Gereon und Jörg Frauenrath, „zumal wir schon jetzt sehen, dass bei der Auftragsvergabe insbesondere durch große Auftraggeber oder die öffentliche Hand der Nachweis eines Nachhaltigkeitsengagements eine immer größere Rolle spielt. Durch die Zertifizierung haben wir uns vorausschauend in Position gebracht.“

Unser Nachhaltigkeitsbericht definiert klare Nachhaltigkeitsziele und formuliert rund 160 konkrete Maßnahmen zu deren Erreichen. Im Rahmen der Mittel und Möglichkeiten eines mittelständischen Unternehmens haben wir bereits die Hälfte dieser Maßnahmen umgesetzt.

Auslaufende Ziele werden evaluiert und auf Grundlage dessen sowohl fundiert als auch ambitioniert neu formuliert – da Nachhaltigkeit der Mittelpunkt unseres Handelns bleibt.

Einsparen statt kompensieren

Wir lieben es zu bauen. Doch dabei soll es immer nachhaltiger zugehen. Beim Thema Klimaschutz lautet unsere Devise: Einsparen statt kompensieren. Denn wir wollen CO₂-Emissionen dort verhindern, wo sie entstehen. Unser ökologisches Ziel: Wir werden unsere gesamten CO₂-Emissionen (Scope 1-2) alle drei Jahre um 10 % reduzieren. Zur besseren Vergleichbarkeit und Berücksichtigung von Veränderungen in der Unternehmensgröße, betrachten wir für die Zielverfolgung die CO₂-Emissionen pro Kopf. Unsere CO₂-Emissionen im Scope 1 und 2 beliefen sich im Jahr 2022 auf 14,7 t pro Mitarbeiter und im Jahr 2024 auf 12,6 t pro Mitarbeiter. Das entspricht einer Reduktion um 16,7 % und überschreitet bereits heute unsere Ziele für 2025.

Bei unserem Fahrzeug- und Baumaschinenfuhrpark gelingt die Emissionsreduktion beispielsweise durch den forcierten Umstieg auf Elektromobilität und den Einsatz von topmodernen, energiesparenden Antriebstechnologien. So ist es zum Beispiel unser ökonomisches Ziel, die Investitionen in die Elektrifizierung unseres Pkw-Fuhrparks weiter zu steigern und hier den Anteil der E-Fahrzeuge von gegenwärtig 5 % auf 10 % bis ins Jahr 2025 auszubauen. Ende des Jahres 2024 betrug die Elektro-Quote im Fuhrpark 12 %, womit wir auch in diesem Bereich unsere ursprüngliche Zielsetzung bereits erreichen konnten.

In der Verwaltung ist unser Ziel, die Emissionen vom Basisjahr 2022 aus bis 2025 um 15 % zu reduzieren. Dazu haben wir neben dem Umstieg auf Ökostrom unsere Heizungsanlage am Standort in Heinsberg erneuert. In Zukunft wird die neue Brennwerttherme noch durch Wärmepumpen unterstützt, was unseren Gasverbrauch noch weiter reduziert. Durch die aufgelisteten Maßnahmen überschreiten wir unsere Ziele bis 2025 auch in diesem Segment weit.

 

Da schließt sich der Kreis.

Wir leben Kreislaufwirtschaft – und das seit über 40 Jahren: Denn Recyclingbaustoffe sparen Energie, Transportwege und wertvolle Ressourcen. Deshalb setzen wir nicht nur auf ihre vermehrte Verwendung, sondern kümmern uns auch um ihre Herstellung. Bis heute wurden allein in unserem Heinsberger Recyclingzentrum über 4 Mio. Tonnen Altbaustoffe recycelt.

Kreislaufwirtschaft endet für uns nicht beim Material. Im Jahr 2025 haben wir rund 525 m² unseres Betriebshofes entsiegelt, um die natürliche Versickerung von Regenwasser zu fördern und es dem Wasserkreislauf zurückzuführen. Unterhalb unserer Werkstatt sorgt eine Zisterne mit rund 350 m³ Fassungsvermögen dafür, dass Regenwasser gesammelt und wiederverwendet wird – beispielsweise zur Reinigung unserer Firmenflotte oder zur Bewässerung von Grünflächen. Durch heimische Pflanzen, Sträucher und eine begrünte Fassade wird unser Betriebsgelände nicht nur grüner, sondern auch ökologisch wertvoller – die Biodiversität steigt spürbar.

So bleiben unsere Kreisläufe in Bewegung – ökologisch, effizient und nachhaltig.

Grüner Strom wo es geht.

Auch in puncto Energieversorgung denken wir im Kreislauf: Die Ladeinfrastruktur auf unserem Firmengelände wird stetig ausgebaut, um den Umstieg auf Elektromobilität weiter voranzutreiben. Bereits heute steht ein Supercharger mit 150 kW Ladeleistung zur Verfügung. Sämtliche weitere Ladepunkte werden ausschließlich mit Grünstrom betrieben. So schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige Mobilität – direkt auf unserem Betriebshof.

Seit 25 Jahren entwickeln, bauen und betreiben wir Windenergieanlagen. Zusätzlich erzeugen wir klimafreundlich Energie, indem wir an unseren Standorten Photovoltaikanlagen und ein Blockheizkraftwerk nutzen sowie an einem Biomassekraftwerk beteiligt sind.

Im Jahr 2022 war Frauenrath so an einer Gesamtleistung von 21.261 kW und zum Ende des Jahres 2024 an 25.372 kW beteiligt. Mit einer Steigerung von über 19% haben wir unser ursprüngliches Ziel von insgesamt 15% Steigerung bis Ende des Jahres 2025 bereits weit übertroffen.

Derzeit ist Frauenrath zudem mit aller Kraft dabei, im Rahmen eines Konsortiums aus im Kreis Heinsberg ansässigen Firmen ein regionales vollintegriertes, sektorübergreifendes Wasserstoffmodellprojekt zu realisieren.

Wir haben uns eine Menge vorgenommen. Unser Ziel: eine Steigerung der Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen in den nächsten drei Jahren um weitere 15 %. Mit den installierten Anlagen haben im Jahr 2024 erstmalig über 50.000 MWh Strom produzieren können. Das entspricht der jährlichen Stromversorgung von etwa 15.000 Zwei-Personen-Haushalten.

Attraktiv und leistungsstark

Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Klimaschutz und Ressourcenschonung, sondern betrifft natürlich vieles mehr. Die Arbeitswelt verändert sich laufend ebenso wie die Bedürfnisse unserer 500 Mitarbeiter*innen. Wir wollen hier nicht nur reagieren, sondern auch vorangehen, denn unsere Attraktivität als traditionsreiches Familienunternehmen ist für uns zentrales Anliegen. Wir wollen ein fairer, leistungsstarker Arbeitgeber sein und auch in Zukunft spannende Jobperspektiven bieten. Daran arbeiten wir mit großem Engagement und bringen vieles auf den Weg. Eines unserer sozialen Ziele ist es beispielsweise, beim wichtigen Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz durch wirksame Prävention in allen unseren Unternehmen die Unfallquote Jahr für Jahr unter 35 je eine Million Arbeitsstunden zu halten.

Diese Zielsetzung haben wir seit 2014 in unserer Unternehmensgruppe erreicht, so haben wir für das Jahr 2024 eine Unfallhäufigkeitskennziffer von insgesamt 26 für unsere Standorte in Heinsberg und Großröhrsdorf ermittelt.

Ebenfalls ganz oben auf der Agenda stehen für uns die Themen Mental & Corporate Health sowie Ausbildung bzw. Fort- und Weiterbildung. Frauenrath schafft vielfältige Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zur Gesundheitsförderung. Wir bieten beispielsweise eine betriebliche Altersvorsorge, eine arbeitgeberfinanzierte Zusatzkrankenversicherung und einen umfassenden Work-Life-Service, der 24/7 – ob beruflich oder privat – in fast allen Lebenslagen Unterstützung gibt: ein wertvolles Rundum-sorglos-Paket, das vom individuellen Coaching über die Kitaplatzsuche bis hin zu Fragen rund um die Pflege von Angehörigen reicht.

Ansprechpartner:

Ralf Vaßen

+49 2452 189-840
ralf.vassen@frauenrath.de

Felix Randerath

+49 2452 189-837
felix.randerath@frauenrath.de